Cookies einfach löschen

Wie man seine Privatsphäre besser schützen kann.

 

Es gibt technische Möglichkeiten und Programme, mit denen man seine persönliche Daten besser schützen und den Datensammlern ein Schnippchen schlagen kann. Zum Beispiel folgende:

 

Wer vermeiden will, bei Suchanfragen persönlich erkannt zu werden, kann sie anonym stellen: mit der Suchmaschine Startpage www.startpage.com, die von einer niederländischen Firma betrieben wird. Sie kooperiert mit Google und liefert deshalb dessen gewohnt gute Ergebnisse. Der Trick ist jedoch: Startpage stellt die Anfrage bei Google als Startpage und nicht mit den Daten des Nutzers, der die Suchbegriffe tatsächlich persönlich eingibt. So werden keine persönlichen Daten an den Technologie-Giganten Google weitergegeben. Mit seinen Anfragen bleibt man inkognito. Startpage lässt sich im Browser als Standard-Suchmaschine festlegen.

 

Mit bestimmten Zusatzprogrammen (Add-on) kann man Verbindungen zu seinen Verfolgern (Trackern) kappen. Dafür braucht man den Internet-Browser Firefox von Mozilla. Für PCs unter Windows und das Smartphone unter Android lässt er sich kostenlos herunterladen und installieren. Mit uBlock Origin stellt Firefox einen effizienten Blocker gegen Tracking zur Verfügung. uBlock Origin kappt sofort Verbindungen zu Trackern und schützt so die Privatsphäre. Dieses wertvolle Zusatzprogramm steht unter https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/ublock-origin/ Mit ein paar Klicks kann man es zu Firefox hinzufügen und installieren. Ganz oben rechts am Bildschirm in der Menü-Leiste des Browsers taucht dann das Symbol von uBlock Origin auf, ein braun-rotes Schutzschild. Eine Zahl dort zeigt an, wie viele Tracker von der Webseite, auf der man gerade ist, abgehalten werden.

 

Auch Cookies, die Identifizierungscodes, die beim Surfen im Internet auf Webseiten hinterlegt werden, um das Nutzungsverhalten zu analysieren, lassen sich löschen. Das Zusatzprogramm Self-Destructing Cookies, ebenfalls eine Erweiterung von Firefox, findet man unter https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/self-destructing-cookies/ oder über das Menü des Browsers. Das Add-on funktioniert einfach und raffiniert: Cookies werden zunächst akzeptiert, die aufgerufene Internet-Seite funktioniert also problemlos. Aber zehn Sekunden, nachdem man die Seite verlassen hat, werden die Cookies gelöscht. Gleich nach der Installation beginnt Self-Destructing Cookies zu arbeiten und zeigt am rechten unteren Bildschirmrand an, welche Cookies es gerade löscht. Ein Hinweis: Im Firefox-Browser selbst sollte man die Standardeinstellung für den Umgang mit Cookies wählen, also Cookies akzeptieren. Nur so funktioniert das Add-on ungehindert.

 

Das Ganze hat Raffinesse. Nach gültigem Recht muss auf jeder Webseite, die man besucht, gefragt werden, ob man der Verwendung von Cookies zustimmt. Es ist grotesk: Als Nutzer darf man nicht mit »Nein« sondern nur mit »Ja« antworten. Danach merkt sich die Internetseite diese »Einverständniserklärung« ebenfalls mit Hilfe eines Cookies. Weil mit dem Zusatzprogramm Self-Destructing Cookies nach Verlassen einer Webseite regelmäßig aber alle Cookies gelöscht werden, kommt es beim Surfen immer wieder zu dieser lästigen Anfrage. Dies kann man stoppen mit dem Add-on I don’t care about cookies, zu finden unter https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/i-dont-care-about-cookies/. Die beiden Add-ons spielen optimal zusammen: Im Hintergrund werden Cookies zunächst akzeptiert, aber zehn Sekunden nach Verlassen der Webseite automatisch gelöscht.

 

Ein Albtraum hinsichtlich Datenschutz sind E-Mails. Wer die unentgeltlichen E-Mail-Dienste von Gmail (von Google) oder Yahoo nutzt, stimmt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu, dass die Internet-Riesen alles mitlesen dürfen. Aber auch ohne dass Inhalte gelesen werden, lässt die Verfolgung der E-Mail-Korrespondenz treffende Schlüsse über eine Person zu. Maschinen können heutzutage Absender und Empfänger identifizieren, Schlüsselwörter in der Betreffzeile und das Datum lesen und auswerten. Viele Anbieter lassen ihre Kunden im Unklaren darüber, ob sie maschinelles Lesen zulassen oder nicht. Über die Geschäftsbedingungen ausgeschlossen ist dies nur bei den E-Mail-Providern mailbox.org, posteo.de und startpage.com. Die Kosten für ein Postfach bei diesen Anbietern liegen zwischen einem und fünf Euro pro Monat, je nach Angebot.

 

Publik Forum Nr. 9        12. Mai 2017